Liebe Freunde der Farm Technology,

nach einer Modernisierung kommt oft die Erkenntnis: Wenn ich das vorher gewusst hätte. Es sind oft Kleinigkeiten die Nerven, die Störungen verursachen und somit immer wieder den Zeitplan und den Tagesablauf durcheinanderbringen. Insbesondere technische Anlagen, die jeden Tag funktionieren müssen, jedoch immer wieder streiken, machen mürbe.

Ebenso wie einzelne Komponenten einer gesamten Produktionsanlage die in verschiedenen Gebäuden untergebracht sind, verursachen unnötige Transportwege und Kosten.

Der Betrieb ist gewachsen und somit auch die technischen Anlagen.

Das sich in der Vergangenheit dabei häufig Insellösungen entwickelt haben liegt in der Natur der Sache.

Bei vielen technischen Anlagen liegt der Teufel häufig im Detail, besonders wenn sie schon längere Zeit in Betrieb sind. Man hat sich an manche Macke bereits gewöhnt, sie gehört zum Alltag.

Eigentlich will man ja schon seit langem System in die Getreide-Futterproduktions- und Fütterungsanlagen bringen, aber es fehlt das Konzept.

Wie auf einem geschlossenen Betrieb mit 300 Sauen und Schweinemast. Das Getreide lagerte in zwei Hallen auf dem Boden, in zwei alten Wellblechsilo ohne Trichter und ein anderer Teil auf dem Kornboden. Konserviert wurde das Getreide in den Hallen mit Säure, die Silos verfügten über Belüftungsanschlüsse. Mais wurde als CCM verarbeitet und in Fahrsilos (ohne Dach) die sich hinter der Scheune befanden, gelagert. Für die Mastschweine schrotete die Gebläsemühle (15 kW) das Getreide auf Vorrat über Zeitschaltuhr in zwei Puffersilos. Das CCM musste täglich mit dem Schlepper in den CCM-Dosierer gegeben werden. Für die Zuchtsauen und Ferkeln kam der Lohnschroter, der das Getreide aus den Hallen zu Mischfutter verarbeitete.

Heute lagert das Getreide an einem Ort in Außensilos, der Mais befindet sich als Ganzkorn in einem gasdichten Betonhochsilo (Bioline GKS). Die Konservierung des Getreides übernimmt ein Kühlaggregat, der Mais ist selbst konservierend. Die Futterproduktion arbeitet heute vollautomatisch, ein stationäres Mahl & Mischsystem erzeugt sämtliche Mischfutter. Die Beschickung der Mischfuttersilos erfolgt bei Leermeldung, mit einem Drehkolbengebläse bis zu einer Distanz von 200 m. Die Flüssigfütterung arbeitet jetzt mit Vormischungen, die ebenfalls von der stationären Anlage erzeugt werden.

Die Modernisierung und Optimierung brachte mehr Qualität ins Futter und vor allem mehr Zeit für organisatorische Aufgaben.

Über die Erkenntnis, wenn ich das vorher gewusst hätte, ist der Betriebsleiter schon hinaus – heute ist er einfach nur froh.

Um Modernisierung und systemische Optimierung geht es auch in einem Förderprogramm des BLE. Vieles von dem was wir geplant haben, wurde bereits von den Behörden, mit dem Ziel der CO² Reduktion bewilligt.

Moderne Betriebe nutzen gerade den finanziell gewonnenen Spielraum, die Förderangebote und unsere Erfahrung, um Ihre technischen Anlagen energieeffizient sowie systemisch zu optimieren.

Planungsbüro Farm Technology – Spezialist für betriebsspezifische Planungen.

Wie immer freue ich mich über Anregungen und Kritik. Ährensache!

Euer Bernhard Schulze Hobeling